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Einheimische Küche Eine Speise für jede Jahreszeit

Calzoni di ricotta:
piatto tipico di Carnevale
 
 

Eine Speise für jede Jahreszeit .

Die Küche der Materanischen Hügel .

Die bäuerliche Küche von Matera im Besonderen und die lukanische Küche im Allgemeinen spiegeln die einfache Welt der Bauern um Matera und des angrenzenden Landes wider. Sie besteht aus einfachen Gerichten aus lokalen Produkten und Zutaten. Als Basis für die heimische Küche dient fast immer der Hartweizen. Sehr gern und oft werden verschiedene Nudeln, wie zum Beispiel Orecchiette, Cavatelli, Scorze di Mandorle, Maccheroni al ferretto gegessen. Auch das charakteristische Materaner Brot wird aus Hartweizenmehl hergestellt. Dieses Materaner Brot ist der Hauptbestandteil der lokalen Gerichte wie der "Cialledda calda" - eine Art warme Brotsuppe mit Eiern, Lorbeer, Knoblauch und Oliven; oder der "Cialledda fredda" - ein kaltes Brotgericht mit Tomaten und Knoblauch. Einfach und köstlich die Bruschetta - getoastetes Brot angemacht mit Öl, Knoblauch, Tomaten und Salz. Ebenfalls aus Hartweizen die berühmten trockenen Kekse "Taralli" und "Cancelle". Fleisch war in früheren Zeiten Mangelware und nur reiche Leute konnten sich täglich Fleisch leisten. Deshalb wurde zum Brot viel Gemüse gereicht. Was einst ein Essen für arme Leute war ist heute charakteristisch für die traditionelle Küche: Speisen wie Saubohnen mit Zichorie, Nudeln mit Rüben, Nudeln mit Kichererbsen, Nudeln mit Linsen, Nudeln mit Saubohnen. Zu den alltäglichen Gerichten gesellen sich die Spezialitäten, die zu den wichtigen Gedenk- und Feiertagen gekocht werden und die somit den Rhythmus des bäuerlichen Lebens wiedergeben.

Karneval
Zu den Karnevalsfestlichkeiten wird ein Schwein geschlachtet. Als Beilage werden Orecchiette oder auch verschiedene Makkaroni-Sorten wie Schleifenmakkaroni, lange Makkaroni oder Cavatelli mit einer Soße aus Schweinefleisch gereicht. Eine besondere Spezialität ist der mit Quark und Zucker gefüllte "Calzone". Der Nachtisch zum Karnevalsfest ist ein mit dem Teigrädchen geschnittener, ausgebackener und mit Puderzucker bestäubter Mürbeteig. Diese köstliche Süßspeise heißt "Chiacchiere". Aber auch Käsekuchen, gefüllt mit dem was man gerade zur Hand hat (Schokolade, Kaffeepulver, Zimt) wird gern gegessen.

Ostern
Nach der Fastenzeit, während der hauptsächlich Gemüse gegessen wird, kommen endlich die traditionsreichen Osterspeisen. Zum Beispiel die "Cardoncelli", ein dornenreiches wildes Gemüse, das für diesen Festtag zubereitet wird. Scamorza (ein halbfester Schnitt-Frischkäse in Birnenform), Eier, Salami und gedünstetes Lammfleisch reichern das Gericht an. Zum anschließenden zweiten Gang gibt es Osterlamm. Als Dessert werden Kekse aus Weizenmehl mit Zuckerglasur gereicht. Die "Pannarella" war eigentlich früher ein Kuchen für die Kinder. Der sehr harte Teig behält seine ihm gegebene Form und so konnten die Kinder mit ihrem Keks spielen. Die Mädchen bekamen Körbchen oder eine Puppe und die Jungen erhielten ein Pferdchen oder ein Vögelchen.

Das Fest der hl. Bruna
Am Vorabend des 2. Juli, dem Festtag der Schutzpatronin von Matera, wird das typische Gericht "Pignata" gereicht. Es besteht aus Lamm mit Kartoffeln, Zwiebeln, Stangensellerie, Tomaten und pikanter Salami. Das Fleisch wird in einem Tontopf langsam auf einem Holzfeuer gegart. Anstelle des Deckels nimmt man einen Brotteig. Am Festtag selbst darf auch ein überbackenes Nudelgericht nicht fehlen, z.B. gelockte Lasagne mit Soße, Fleischklößchen, Salami und Scamorza-Käse.

August
Zum Ende der Erntezeit geben die Erntedankfeste die Gelegenheit sich zu versammeln und gemeinsam zu feiern. Es entstand so der Brauch der "Crapiata". Ein jeder aus der Nachbarschaft bringt Gemüse und Kartoffeln mit. Diese Zutaten werden in großen Kesseln gekocht. Bei Tanz und Gesang, mit viel Wein und Scherzen, isst jeder genüsslich seinen Teller mit "Crapiata".

Maria Empfängnis
Am Vorabend dieses Festes,nach einem Fastentag, gibt es zum Abendessen gedünsteten oder in Teig ausgebackenen Stockfisch. Als Beilage gibt es ein spezielles, nur für diesen Anlass gebackenes Brot: Das "Ficcilatiddo", e in großes Brot aus Weizenmehl mit Fenchelsamen.

 

 

Weihnachten ist sicher das reichste Fest im Hinblick auf köstliche Schlemmereien. Die "Pettole", aus Brotteig mit Rosinen oder mit Sardellen, werden ausgebacken. "Cartellate" und "Porceduzzi" sind köstliche Kuchen aus Blätterteig. Die Cartellate sehen aus wie kleine Scheiben, die Porceduzzi wie Nockerln. Beide werden ausgebacken und mit Honig und Puderzucker bestäubt oder auch mit heißem Wein übergossen. Weitere süße Köstlichkeiten sind die "Strazzate", Kekse aus Mehl, Mandeln, Zucker, Eiern und Bitterschokolade. Das traditionelle Weihnachtsmittagessen sind "Cardoni" in Putenbrühe. Die Cardoni ähneln im Aussehen dem Stangensellerie, haben aber einen Artischockengeschmack. Putenfleisch wird als zweiter Gang gereicht. Sehr oft wird auch Lamm gegessen. Am 2. Weihnachtsfeiertag gibt es "Marro", eine große Roulade mit den Innereien vom Lamm. Hierzu werden Kartoffeln gereicht. Auch zu Silvester gibt es Putenbrühe, aber mit hausgemachten Eiernudeln als Einlage
Guten Appetit!

(Palmina Frascati)

 
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