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Handwerk

Töpferarbeiten in einem typischen Handwerksbetrieb
 
 

Im Hand- und im Kunstwerk dominiert noch immer der Einfluss der hiesigen Bauern- und Hirtentradition. Beim Bummeln durch Materas Altstadt kann man sich ein Bild von den schönen und kunstvollen Waren der lukanischen Handwerker machen. Aus den leicht zugänglichen Materialien wie Holz, Tuffstein, Ton oder Textilfasern und Weidenruten werden seit Jahrhunderten schöne und auch nützliche Gegenstände für Haus und Hof hergestellt. Eigentlich produzierte das Handwerk nur für den alltäglichen Gebrauch, aber mit der Zunahme des Tourismus trat der nützliche Aspekt in den Hintergrund und die Fertigung schöner - den antiken Vorbildern entsprechend - hochwertiger Souvenirs wurde eine wichtige und neue Einkommensbasis der heutigen Handwerker. In den kleinen Souvenirgeschäften der vielen Werkstätten bieten geschickte und tüchtige Handwerker dem Besucher traditionelles Kunsthandwerk ihrer Heimat zum Kauf an. Mit etwas Ausdauer und Geduld findet man auf Märkten oder in Antiquitätengeschäften aber auch noch echte, alte Originalstücke. Auch im Hinterland sind Zeugen der Vergangenheit zu finden - Erinnerungen der alten Menschen, die sie eifersüchtig bewachen.

Die Pappmachéhersteller
Die traditionelle Herstellung von Pappmaché geht auf das Mittelalter und auf antike, religiöse Bräuche zurück. Beim Fest der Madonna della Bruna z.B. und anderer Schutzpatrons-Feste, sind die Statuen, welche vom Festwagen beim Straßenumzug durch die Stadt gezogen werden, aus diesem Material gefertigt. Die Pappmachéhersteller zeigen jedes Jahr auf ein Neues ihr ganzes Können mit der Erschaffung dieser kurzlebigen Meisterwerke, die oft am Ende der Feier zerstört werden. Pappmaché durchläuft mehrere Phasen der Herstellung. Eine Gipsform wird mit verschiedenen Lagen eingeleimtem Papiers ausgelegt. Wenn alles gut getrocknet ist, werden die Teile zu den verschiedensten Formen zusammengefügt. Abschließend folgen die Feinarbeiten und die kunstvolle Bemalung. Heute wird Pappmaché überwiegend zur Herstellung von volkstümlichen Krippen verwendet.

Keramik und Terrakotta-Arbeiten
Typisch für die Basilicata sind die Keramiken, genauer gesagt die Terrakotta-Arbeiten. Es gibt drei verschiedene Techniken in der Verarbeitung dieses Tons: Die Herstellung in der Form, die Herstellung auf der Töpferscheibe und die Montage einzelner Teile. Traditionell werden Tonpfeifen in Form von Hähnen hergestellt. Diese Tonpfeifen werden "Cucù" genannt. Hähne galten in der Antike als Symbol der Fruchtbarkeit. Die Stimme des "Cucù" bedeutet "einer toten Materie Leben geben", dem "Ton einen Ton" entlocken. Die "Cucù"-Tonpfeifen gibt es in den verschiedensten Formen, denn jeder Künstler hat seinen eigenen persönlichen Stil. Manche Formen erinnern an die Hühnerhöfe auf dem Lande und auch an ländliche Bräuche. Für viele Töpferarbeiten sind die antiken Formen auch heute noch Vorbild. Die antiken Stücke, wie Pfannen, verzierte Kännchen, Tassen, Becher, Gläser und bauchige Flaschen können im Ridola-Museum in Matera besichtigt werden. Im kleinen Zentrum von Grottole haben sich die Töpfer auf die traditionelle Herstellung von Vasen und anderen Objekten aus verzierter Keramik spezialisiert. Die Produktion dieser Töpferwaren unterscheidet sich von der in Matera, weil hier nur Waren für den täglichen Gebrauch hergestellt werden. Die Keramik und die Terrakotta Waren werden noch in den ursprünglichen alten Öfen gebrannt, die sich in den Grotten (Cryptulae) befinden. Von Cryptulae stammt der Name des Ortes Grottola. Bemerkenswert ist vielleicht, dass die Kunst des Fornaciao, des Brennen von Keramik, vom Vater auf den Sohn weitergegeben wird.

Das örtliche Gestein
Das antike Matera wurde in den Tuffstein gehauen und als man begann auf flachem Gebiet zu siedeln, wurde der fein-, grob-, oder gemischtkörnige Tuffstein als Baumaterial verwendet. Bergfrisch ist das Gestein weich und lässt sich leicht sägen. An der Luft härtet das Gestein aus. Zur Tuffsteinbearbeitung sind bestimmte technische Fähigkeiten notwendig, denn das Material ist nicht immer gleich. Es gibt unterschiedliche Qualitäten selbst innerhalb eines Fundortes. Ursprünglich wurde das Material mit Spitzhacken (den sog. Mannarellos) abgebaut. Danach wurde es in quadratische Blöcke geschnitten, deren Größe und Gewicht von dem herzustellenden Teil abhingen. Von den Steinmetzen wurde das Material in vielerlei Formen bearbeitet - es wurde eingekerbt, gebrochen und so verarbeitet, dass Schornsteine, ganze Brunnen, Gesimse, Kreuze und Heiligenfiguren entstanden. Heute gibt es diese Steinmetze nicht mehr. Die Tradition der Tuffsteinbearbeitung ist im Laufe der Zeit verloren gegangen und damit auch die Geräte und Mittel zur Bearbeitung. Der Abbau des Tuffsteins ist heute, dank moderner Maschinen, weniger anstrengend. In und um Matera wird der Tuffstein größtenteils für die Reparatur der Häuser in den "Sassi" benötigt. Wegen seiner Beschaffenheit wird er auch gern zur Herstellung von Gartenmöbeln, Tischen, Stühlen oder auch kleiner Kunstgegenstände genutzt. Jedes Teil ist ein Unikat. Eine Fertigung in Serie gibt es nicht. Der Wert der Tuffsteinwaren ist meist mehr in seiner Schönheit und weniger in der Funktion zu finden.


Musikinstrumente

Die Musik in Lukanien hat sich aus der Hirten-Tradition entwickelt. Die ersten Musiker waren ganz sicher Schäfer, die sich ihre Instrumente selbst fertigten. Seit dem 15. Jhr. werden Trommeln, Trompeten, Violinen, Gitarren und verschiedne andere Instrumente in der regionalen Volksmusik benutzt. Alle diese genannten Musikinstrumente kann man in der Kathedrale von Matera bewunden. In der dort ausgestellten steinernen Krippe sieht man die Schäfer dargestellt, wie sie mit ihren Instrumenten auf dem Weg zur Grotte, dem Ort des heiligen Geschehens, sind.

 

 

 
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